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yebin

  • weisesfrettchen
  • 29. Mai 2021
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Juni 2021

monday | 28th july 2019 | jellyfish entertainment


Es war soweit, an diesem Tag begann offiziell der nächste Abschnitt in Yebins Leben. Hätte man ihr vor wenigen Wochen noch gesagt, dass sie bald Trainee sein würde, hätte sie diese Person wohl für verrückt erklärt und doch stand sie nun hier, ihren Rucksack geschultert und mit leicht zittrigen Knien betrat sie das Gebäude des Entertainments. Jetzt gab es kein Zurück mehr mit genau diesem Schritt trat sie ihren Weg in das neue Leben an und wurde auch sofort belehrt, dass es hier noch einmal andere Regeln gab, als in ihrem Tanzstudio. An der Rezeption bat man sie darum ihr Handy abzugeben, was für die Koreanerin komplett unverständlich war, immerhin brauchte sie das doch und hatte ihren Eltern doch auch versprochen ihnen zumindest heute stets kleine Updates zu geben. Doch Yebin wäre nicht Yebin, wenn sie sich gegen so eine Anweisung stellte und rückte letztlich doch – wenn auch widerwillig – ihr Handy heraus und machte sich dann auf den Weg zu dem Raum, in welchem das Tanztraining stattfinden würde. Den Trainingsplan hatte sie sich in den letzten Tagen schon so oft angesehen, dass sie ihn mittlerweile auswendig kannte, also musste sie jetzt nur den richtigen Weg finden.


„Auf dem Weg zum Tanztraining, was?“, unterbrach eine Stimme ihre Gedanken und so schnell wie möglich drehte sie sich um, nur um den breit lächelnden Changwoo anzusehen. Ohne weitere Umschweife legte er seinen Arm um ihre Schulter und zog sie in die entgegengesetzte Richtung, nur um ihr unterwegs zu erklären, dass sie in einen falschen Gang abgebogen war und tatsächlich fast bei den Büros der Angestellten gelandet wäre. So schwer es für Yebin auch war mit fremden Menschen zu interagieren, irgendetwas hatte Changwoo an sich, dass er es ihr leicht machte sich wohl zu fühlen und gleichzeitig dafür sorgte, dass sie diesen neuen Abschnitt nicht alleine bestreiten musste. Dem Älteren schien es auch nichts auszumachen, dass Yebin nicht ein Wort sagte, wofür die 19-Jährige ebenfalls mehr als nur dankbar war.


Spätestens in dem Trainingsraum wurde ihr klar, dass es definitiv besser war mit jemandem wie Changwoo herumzulaufen – oder zumindest bildete sie sich das ein. Die anderen Trainees kannten ihn und so wurde Yebin zwar von einigen Personen schief angeschaut, doch letztlich legte sich das alles ziemlich schnell wieder. Ihren Rucksack stellte sie zu den anderen Taschen an den Rand des Raumes und begann dann sich aufzuwärmen, wobei der ältere Trainee ihr nicht von der Seite wich und scheinbar die Mission hatte ihr sein halbes Leben zu erzählen. Oder zumindest fühlte es sich für die Koreanerin so an.


Die Tür öffnete sich und augenblicklich standen alle Trainees in dem Raum aufrecht und sahen zu der Person, die den Raum betrat. Yebin war etwas zu langsam und verbeugte sich so ein wenig später, als der Rest der Trainees. Hoffentlich hatte das niemand mitbekommen. Der Mann vorne ging jedenfalls nicht darauf ein, was ihr zumindest für einen kurzen Moment ein gutes Gefühl gab. Sie stand glücklicherweise auch am Rand des Trainingsraums und hoffte so darauf möglichst keine Aufmerksamkeit zu erregen, um erst einmal zu verstehen, wie das Training hier ablief, irgendetwas sagte ihr, dass es anders sein würde, als das was sie bis dahin kannte.


Leider hielt dieses Gefühl nicht lange an, da der Mann sie wenige Minuten später zu sich nach vorne bat, wo sie sich kurz vorstellen sollte und dann einen Teil einer Choreografie tanzen sollte. Die Vorstellung klappte noch relativ gut, doch als sie sich für einen Song und die zugehörige Choreo entscheiden sollte, schien ihr Kopf alles gelöscht zu haben, was sie in den Jahren ihrer Tanzausbildung gelernt hatte und sie starrte einfach nur stumm in den Raum. Dabei kam sie nicht umhin zu bemerken, wie einige Kleingruppen begannen zu tuscheln und ihr immer mal wieder einen Blick zuzuwerfen. Umso länger sie vorne stand, umso mehr zitterten ihre Knie, bis es erneut Changwoo war, der ihr zur Hilfe kam.


„Seonsaengnim, können wir vielleicht zusammen tanzen?“, fragte er ohne Umschweife und machte sich bereits auf den Weg nach vorne an ihre Seite. Der Lehrer stimmte ihm zu und gab ihnen kurz Zeit sich über den Song Gedanken zu machen.

Changwoo ließ ihr gar keine Zeit sich überhaupt zu bedanken, indem er fragte: „Kannst du Monster von EXO?“ Zaghaft nickte Yebin, wollte sich aber dennoch bei ihm bedanken, doch auch dieses Mal, gab er ihr keine Chance und erklärte stattdessen dem Lehrer, dass sie die Choreografie tanzen würden, was dieser mit einem Nicken bestätigte und mit dem Kopf zu dem Computer an der Seite deutete, damit der Trainee den Song starten konnte.


Yebin stand unterdessen einfach weiter im Raum und versuchte die Choreografie im Kopf durchzugehen, damit sie sich nicht blamieren würde und wartete darauf, dass die ersten Töne erklangen. Changwoo stellte sich schräg vor sie, sodass sie seine Bewegungen von hinten beobachten konnte – trotzdem schaffte sie es für die ersten Sekunden nicht sich überhaupt zu bewegen und starrte nur weiter zu den anderen Trainees, die sich gespannt musterten. Sie wollte sich nicht blamieren, doch war das nun einmal eine Situation in der sie sich nur ungern befand und die Blicke der Anderen machten es definitiv nicht besser.


Kurz schloss sie die Augen, ehe sie spürte wie die Musik langsam die Kontrolle über ihren Körper übernahm und Yebin begann zuerst vorsichtig die Bewegungen der Choreografie zu tanzen, ehe sie immer selbstbewusster und die Schritte damit präziser und stärker wurden. Sie hatte es geschafft den Song zu fühlen und sogar ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, während sie immer weiter in den Song eintauchte und gar nicht bemerkte, dass sich die Choreo bereits dem Ende zuneigte. Mit einem Blick nach vorne stellte sie fest, dass Changwoo gar nicht mehr mit ihr tanzte und blieb erschrocken stehen. Sie schaffte es auch nicht mehr zurück in den Song zu finden, da die Musik wenige Momente später stoppte. Eine Stille legte sich über den Raum und am liebsten wäre Yebin einfach aus dem Raum gerannt – einen schlimmeren ersten Tag hätte sie sich nicht vorstellen können.


„Sehr schön, dann können wir ja jetzt mit der eigentlichen Stunde fortfahren“, erklärte der Mann, dessen Namen Yebin noch immer nicht kannte. Mit gesenktem Kopf stellte sie sich wieder an die Position an der sie am Anfang der Stunde gestanden war und hörte dann dem Lehrer zu, der erklärte, dass sie mit einer neuen Choreografie beginnen würde. HIT von Seventeen war der Song, den er ausgewählt hatte, ehe er erklärte, dass sie nun für den Rest der Stunde alleine Zeit hatten sich damit zu beschäftigen und er später wieder kommen würde, um die Fortschritte zu sehen und dann kleine Gruppen zu formen, um mit diesen weiter zu arbeiten.


Während alle Trainees sich auf den Weg nach vorne machten, um sich die Choreografie auf dem Computer oder einem der vier Tablets, die der Trainer noch vorbeigebracht hatte, anzusehen, stand Yebin weiterhin an ihrem Platz und wünschte sich, dass sie das Angebot nie angenommen hätte. Auch Changwoo konnte ihr in diesem Moment nicht weiterhelfen, so sehr er es auch versuchte. Sie fühlte sich einfach nur fehl am Platz und das obwohl sie geglaubt hatte dieses Gefühl mit ihrem Schulabschluss hinter sich gelassen zu haben. Die Angst nicht gut genug zu sein, stieg in ihr auf, ehe sie sich entschuldigte, um auf die Toilette zu gehen.


Soweit kam sie allerdings gar nicht erst, da Changwoo ihr hinterherrannte und sie am Arm zurückhielt: „Erstens: Das ist die falsche Richtung. Zweitens: Du kannst nicht einfach wegrennen, wir lernen jetzt die Choreografie und glaub mir die Anderen waren mehr als nur beeindruckt von dir als du gerade eben getanzt hast, also red die ja nicht ein, dass du zu schlecht wärst oder nicht hier hin gehören würdest!“

Ohne es zu wollen, stiegen Yebin die Tränen in die Augen. Wie hatte sie so jemanden, wie Changwoo in ihrem Leben verdient? Er kannte sie kaum und doch schien er sie besser zu kennen als der Großteil ihrer Freunde aus der Schule. Es war beängstigend und gleichzeitig fühlte es sich erleichternd an diesen Rückhalt zu haben.


„Warum machst du das? Ich meine warum kümmerst du dich um mich, bist du nicht besser dran, wenn du dich auf dich selbst konzentrierst. Ich ziehe dich doch nur runter“, sprach Yebin ihre Sorgen aus und sah zu dem Größeren hinauf und biss sich auf die Unterlippe. Changwoo schüttelte nur den Kopf und zog sie dann zurück zum Trainingsraum, wo er ihr erklärte, dass sie von jetzt an nur noch als Duo anzutreffen waren, zog sie neben sich auf den Boden und startete das Video auf dem Tablet – welches tatsächlich niemand geklaut hatte, es schien fast so, als wäre Changwoo der Trainee unter den Trainees, was Yebins Sorgen nur noch weiter bestärkte. Was wäre wenn sie ihn runterziehen würde? Nein! Darüber würde sie jetzt nicht nachdenken, dann würde sie sich eben verbessern und wenn es nur für den Älteren war.

 
 
 

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