top of page

lei

  • weisesfrettchen
  • 12. Juni 2021
  • 7 Min. Lesezeit

wednesday | 8th may 2019 | yuehua entertainment


„Du bist eingeschlafen!”, rief Luan aus und sah ihn skeptisch an. Leider kam diese Aussage nicht aus dem Nichts, so war Lei tatsächlich in seiner Pause auf einer der vielen Sitzgelegenheiten des Entertainments eingeschlafen und hatte deswegen einen Teil seiner Gesangsstunde verpasst. Es war ihm schon so unfassbar unangenehm, da musste sein bester Freund und Vertrauter ihn nicht auch noch damit aufziehen. Auch wenn Luan sich ein Lachen nicht verkneifen konnte, merkte er doch recht schnell, dass Lei nicht darüber sprechen wollte und sagte zu dem ganzen Thema nichts mehr. Lei würde vielleicht später noch einmal mit ihm darüber reden, aber in diesem Moment war es ihm einfach nur peinlich – was schon etwas heißen musste, immerhin war ihm eigentlich nur selten etwas wirklich peinlich.


Schweigsam war es bei den beiden dennoch nicht, das war es nie. Weswegen Luan natürlich recht bald wieder seinen Mund aufmachte: „Was hast du heute noch für Training? Ming hat heute keine Zeit, also können wir später in die Stadt gehen, wenn du nichts anderes vor hast.“ Augenblicklich hellte sich Leis Stimmung auf. Sein bester Freund hatte Zeit für ihn! Leider alles andere als eine Normalität, zumal er ihm immer wieder eingreifen musste, damit Luan die Beziehung nicht auf den Präsentierteller legte. Ihnen war es als Trainees zwar nicht verboten eine zu führen, aber es musste ja dennoch nicht jeder davon wissen.


Natürlich stimmte Lei sofort zu und verbannte sein schlechtes Gewissen so weit nach hinten wir nur möglich, immerhin hatte er für den heutigen Abend eigentlich mit einigen anderen Trainees gemeinsam trainieren wollen, doch das konnte er ja absagen, schließlich lag das außerhalb der tatsächlichen Trainingszeit. Schnell zog er sein Handy aus der Hosentasche und schickte eine kurze Entschuldigung in die Gruppe, die er mit den vier anderen hatte, ehe er sich bei Luan unterhakte und ihn mit sich zu dem Tanzraum zu ziehen, wo sie beide die nächste Unterrichtsstunde hatten.


Angekommen zogen die beiden sich, wie gewohnt, in eine der hinteren Ecken zurück. Glücklicherweise waren beide relativ groß, sodass ihre Leistung nicht dadurch beeinflusst wurde nicht so gut sehen zu können. Gleichzeitig konnten sie so auch während dem Unterricht miteinander sprechen, was für die beiden definitiv der größte Pluspunkt war, immerhin fiel es ihnen immer schwer still zu bleiben. Und auch wenn Lei das ungern zugab, manchmal war es auch einfach witzig sich ein weniger über andere lustig zu machen. Natürlich würde er das jemandem niemals ins Gesicht sagen und unterstützte andere auch, wenn sie ihn um Hilfe baten, aber er konnte nun einmal nicht anders, als ab und an zu bemerken, wie seltsam einige andere Trainees die Bewegungen versuchten nachzuahmen.


„Wie sieht es eigentlich bei dir zuhause aus?“, fragte Luan in diesem Moment und zog so Leis Aufmerksamkeit auf sich. Es dauerte kurz, ehe er sich überlegt hatte, was überhaupt in der letzten Zeit passiert war, denn trotz der Tatsache, dass er so oft wie möglich nach Hause ging, war es nun einmal doch eine Ausnahme.

„Meine Eltern arbeiten eigentlich fast immer, wenn ich zuhause bin, das weißt du ja. Jiaqi ist mittlerweile tatsächlich endlich über ihren Freund hinweggekommen und geht wieder in die Schule, ohne in Tränen auszubrechen – was schon echt eine Leistung ist, du weißt ja wie sie ist. Aber ansonsten ist eigentlich echt nichts passiert, ich war ja auch schon fast einen Monat nicht mehr zuhause“, erklärte er und zuckte mit den Schultern. Luan nickte, ehe er selbst begann zu sprechen: „Wenigstens kannst du ab und zu nach Hause gehen, ich meine damit bist du ja auch einer der Wenigen hier.“ Das stimmte, Lei hatte das Glück, dass zum einen seine Eltern mit einigen der Angestellten des Entertainments Kontakte pflegten und gleichzeitig dauerte die Fahrt mit dem Zug nach Tianjin nicht einmal zwei Stunden. Außerdem wollten Luans Eltern nichts mehr mit ihm zu tun haben, glaubten sie doch das der 20-Jährige eine bessere Zukunft als Forscher gehabt hätte, immerhin hatte er sich dafür ja immer interessiert. Oder zumindest glaubten das seine Eltern. Lei hatte tatsächlich schon früh erkennen können, dass der Ältere vielleicht ein großes Wissen in dem Bereich hatte, aber eigentlich brannte er für die Musik und hatte tatsächlich schon ein ganzes Album aufgenommen, wobei Lei sich noch immer glücklich schätzen konnte, da er – neben Ming – die einzige Person war, die seine Songs bereits hören durfte.


„Vielleicht solltest du ihnen einfach mal deine Musik zeigen“, rutschte Lei deswegen über seine Lippen. Leider kam diese Geste bei Luan wohl eher schlecht an oder zumindest trübte es seine Stimmung, denn das Lachen verschwand binnen Sekunden von den Lippen des 20-Jährigen. Es brauchte keine große Menschenkenntnis, um zu verstehen, dass Lei einen wunden Punkte getroffen hatte, weswegen er schnell das Thema wechseln wollte, als Luan begann zu sprechen: „Ich hab es vor zwei Wochen zu ihnen geschickt, aber mein Vater meinte, er wolle es sich nicht einmal anhören und meine Mutter hat sich rěn, angehört und meinte wenn es mir doch so schlecht geht, dass ich hier alles nur aushalten muss, soll ich doch einfach aufhören und anfangen zu studieren. Sie verstehen einfach nicht, das ich das gerne mache.“


Mit großen Augen sah Lei den Älteren an, hatte er nicht damit gerechnet, dass dieser sich jemals dazu überwinden würde seinen Eltern die CD zu schicken. Im Nachhinein wäre es aber vielleicht sogar besser gewesen, hätte er das nicht getan. Dabei war für Lei gerade rěn ein wunderschöner Song, bei dem er mitfühlen konnte, immerhin hatte Luan ihn absichtlich über ihre Zeit als Trainees geschrieben und Lei kam sogar indirekt in dem Song vor, was ihn natürlich umso glücklicher machte und den Song allein dadurch einen besonderen Stellenwert hatte.


Lei wusste nicht, was er sagen sollte, solche Gespräche lagen dem 16-Jährigen einfach nicht, doch das wusste Luan, weswegen er selbst vom Thema ablenkte: „Was wollen wir später dann machen? Ich habe eigentlich keine Lust mehr Trübsal zu blasen, immerhin sind das so gar nicht wir!“ Er zwinkerte Lei zu und setzte auch wieder ein Lächeln auf, doch der Chinese kannte seinen besten Freund und wusste dementsprechend, dass diese Ablehnung seiner Eltern deutlich schlimmer für Luan war, als er zugeben wollte. Doch Lei konnte trotzdem nicht leugnen, dass er froh war, nicht mehr darüber reden zu müssen, sonst würde er es womöglich nur noch schlimmer machen.


Bevor er allerdings antworten konnte, betrat ihr Trainer den Raum und begann sogleich mit dem Training, weswegen Lei beschloss das Gespräch später weiter zu führen und sich vorerst so gut es ging auf den Mann zu konzentrieren, während er die Tanzschritte erklärte. Zumindest für die ersten 40 Minuten konnte Lei sich auch tatsächlich auf ihn konzentrieren, ehe er sich Luan zuwandte, da sie nun zum wiederholten Male den gleichen Schritt durchgingen und er selbst keine Probleme damit hatte und Luan auch nicht, wie er mit einem Blick zu seinem besten Freund feststellte, als dieser gerade nahezu perfekt die Bewegung ausführte und sich dann ebenfalls Lei zuwandte.


„Okay, wo waren wir stehen geblieben?“, fragte er sogleich. Woraufhin Lei antwortete: „Lass uns in den Ritan Park gehen. Da waren wir schon lange nicht mehr und wir können uns aus dem Dorm ja einfach etwas zu essen mitnehmen und uns dann eine Ecke suchen. Dann müssen wir uns heute Abend schon nicht in den Streit, wer denn den Abwasch übernimmt, einmischen.“ Ein zustimmendes Nicken seitens Luan bestätigte den Plan und Lei konnte kaum noch abwarten, bis sie endlich fertig sein würden, da er sich wirklich schon ungemein auf den gemeinsamen Abend freute.


In diesem Moment fuhr der Trainer allerdings mit der Choreografie fort und die beiden konzentrierten sich wieder auf das Training, ehe sie nach zwei Stunden – vollkommen verschwitzt – endlich in ihre Freizeit entlassen wurden. Die beiden Freunde einigten sich darauf noch duschen zu gehen und sich später noch zu treffen, da Luan noch eine Gesangsstunde hatte und Lei seinen Sprachunterricht besuchen musste.


Seit Neustem musste er dort auch Koreanisch lernen, was ihm die Hoffnung gab, vielleicht in eine Gruppe zu kommen, möglicherweise auch in Korea und das hob seine Arbeitsmoral natürlich deutlich an, auch wenn er zugeben musste, dass die koreanische Sprache um einiges schwieriger war, als er sich anfangs vorgestellt hatte, doch aufgeben würde Lei deswegen natürlich nicht, auch wenn er bislang der schlechteste der Trainees in dieser Gruppe war. Das musste ja nichts bedeuten!


Nach erneuten zwei Stunden, konnte er sich auch endlich auf den Weg zu ihrem Dorm machen, wobei er unterwegs noch schnell in einen Supermarkt ging, um noch die ein oder andere Kleinigkeit zu besorgen, vielleicht würde das Luan ja ein wenig aufheitern. Außerdem beschloss er in diesem Moment, dass er seinem besten Freund auch noch erzählen würde, weswegen er eingeschlafen war, da es doch eine ziemlich dumme Geschichte war und so etwas konnte Luan jetzt sicherlich gebrauchen. Davon war der Chinese überzeugt.


Im Dorm sagten sie kurz Bescheid, wohin sie gehen würden und machten sich dann auf den Weg zu dem Park, wobei der Weg doch deutlich länger war, als Lei in Erinnerung hatte. Doch auf der anderen Seite konnten sie sich so über alles Mögliche unterhalten, auch wenn andere Leute sie immer wieder böse anstarrten, wenn sie begannen lauthals zu lachen. Lei war bewusst, dass viele Chinesen in der Bahn keine Lust auf so etwas hatten und einfach ihre Ruhe haben wollten, doch das störte den 16-Jährigen keineswegs – hatte es noch nie – warum sollte er seine Stimmung denn auch den anderen anpassen? Dann wäre das Leben ja schön langweilig!


Im Park angekommen liefen sie – ohne sich absprechen zu müssen – sofort zu dem Platz, an dem sie immer ihre Zeit verbrachten. Ihre Bank. Seit die Zwei zum ersten Mal hier gewesen waren, war das ihr Stammplatz gewesen und sie hatten sogar schon das ein oder andere Mal ein Pärchen von diesem Platz verscheucht, immerhin war es ihr Platz und den würden sie nicht einfach so aufgeben.


Angekommen stellte Luan seinen Rucksack ab und begann damit das Essen auszupacken, was Lei dazu anregte von den Geschehnissen beim Training zu erzählen: „Du weißt ja, dass ich heute eingeschlafen bin, aber weißt du auch warum?“ Die Frage war nicht wirklich ernst gemeint, immerhin hatten sie sich ja bereits darüber unterhalten, doch der Chinese wartete dennoch bis Luan mit dem Kopf schüttelte und ihm im gleichen Atemzug Stäbchen reichte. Lei sah das als Einladung weiter zu sprechen: „Erstens hat Jiaqi gestern angerufen und wir haben über ihren Schultag geredet, du weißt schon, deswegen wusste ich vorhin, dass es bei ihr jetzt wieder bergauf geht. Naja jedenfalls habe ich mich danach dazu entschlossen, dass es eine ganz schlaue Idee wäre Kaffee auszuprobieren und war dann bis knapp fünf Uhr morgens wach, weil ich nicht schlafen konnte und habe mir die Zeit mit Videos vertrieben. Vielleicht hast du etwas Spektakuläreres erwartet, aber hey, bist du stolz auf mich? Ich habe tatsächliche Kaffee getrunken!“


Luan musterte ihn mit gerunzelter Stirn und begann dann zu lachen: „Du bist doch auch schön blöd. Wer trinkt denn so spät noch Kaffee? Du bist Koffein ja nicht einmal gewohnt, natürlich kannst du dann nicht schlafen. Ich dachte schon es wäre irgendwas passiert, weil du es mir vorhin nicht erzählen wolltest.“ Empört boxte Lei ihm gegen die Schulter: „Hallo! Es ist was passiert, vielleicht war es nichts besonders Schlimmes, aber ich habe dir gerade davon erzählt, dass ich Kaffee getrunken habe. Du weißt schon: Dieses dunkelbraune Getränk mit Koffein.“

Nach diesem Satz brachen beide in Gelächter aus und begannen zu essen, wobei Lei immer wieder einen Schmollmund zog, wenn Luan damit begann ihn mit seiner Geschichte aufzuziehen.

 
 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
minseo

monday | 16th september 2019 | pledis entertainment Elegant glitt Minseo in einen Spagat, nur um sich dann wenige Sekunden mit dem neuen...

 
 
 
akira | chunghae

tuesday | 13th june 2016 | aoyama gakuin high school In der gesamten Klasse herrschte eine Stille, in welcher man eine Stecknadel beim zu...

 
 
 
haewon

sunday | 17th august 2019 | seoul Haewon bekam gar nicht mit wie stickig die warme Luft in der U-Bahn Station war, zu glücklich war sie...

 
 
 

Kommentare


© WeisesFrettchen - I don't own any of the shown images

bottom of page